Furiose zehn Minuten bringen einen Punkt

Nach dem Abpfiff des Oberliga-Spiels am Sonntag hatten die Damen der HSG Weinheim/Oberflockenbach allen Grund zum Jubeln – immerhin trotzte man nach fast aussichtslosem Rückstand dem Tabellenzweiten beim 31:31 noch einen Punkt ab.

Das Spiel begann wie so oft ausgeglichen. Schnelle Angriffe nach vorne aus einer offensiven Deckung heraus setzten die Rintheimerinnen zu Beginn unter Druck. Die Abwehrarbeit funktionierte, doch im Angriff kamen die Hausherrinnen nicht so richtig in Schwung. Die meisten Tore mussten hart erarbeitet werden und zu oft fanden die zu ungenauen Anspiele nicht den Weg zur Mitspielerin – was die Gäste konsequent durch Konter bestraften. Nach einer Viertelstunde stellte der Tabellenzweite erstmals auf vier Tore Vorsprung, den die Rot-Blauen auch eine ganze Zeit lang nicht mehr verkürzen konnten. Zwar bewegte man sich nach dieser kleinen Schwächephase wieder auf Augenhöhe, doch der Abstand überdauerte bis zum Pausenpfiff beim 12:16.

In der Kabine hatte man sich viel vorgenommen. Die mäßigen Spiele der letzten Zeit wollte man wett machen und beweisen, dass man es besser kann. Doch mithalten konnten die HSG-Damen nur zu Beginn der zweiten Hälfte. Danach stellten sich immer häufiger die kleinen Ungenauigkeiten ein. Fehlpässe und ausgelassene Chancen bestraften die Gäste im Konter und trotz guter Abwehrleistung gegen den Positionsangriff geriet man bis Minute 52 weiter ins Hintertreffen. Nach einer roten Karte gegen Stella Püschel verwandelten die Rintheimerinnen ihren zehnten 7-Meter sicher zum 24:31 und die Zuschauer stellten sich schon auf eine weitere deutliche Niederlage ein. Was dann passierte ist schwer zu beschreiben – mit aller Macht stemmten sich die Rot-Blauen gegen die Niederlage. Mit einer offenen Deckung zwang man die Gäste zu Fehlpässen und nutze diese selbst zu schnellen Toren. Jede Spielerin zog ohne Rücksicht auf Verluste in die sich bietenden Lücken und knapp drei Minuten vor Ende war man wieder auf drei Tore ran. Die Auszeit der Gäste kam postwendend – doch die HSG-Abwehr stand weiterhin wie ein Bollwerk. Mit hohem Risiko ließ man die Gäste zum Wurf kommen und verließ sich dabei ganz auf eine überragende Laura Propp im Tor, die in den letzten neun Minuten keinen Gegentreffer mehr zuließ. Die Stimmung in der Halle war am Brodeln und getragen von der lautstarken Unterstützung holte man neun Sekunden vor Ende den entscheidenden 7-Meter raus, den Miriam Müller nervenstark verwandelte.

Endlich hat die Mannschaft wieder ihr wahres Gesicht gezeigt und geht hoffentlich mit diesem positiven Erlebnis in die letzten beiden Partien dieser Saison. Am 26.04. geht es zuhause weiter gegen die TSG Wiesloch.

Es spielten: L. Propp im Tor, Fath (4), Pinto (2), Püschel (3), Berger, Amann (2), Müller (9/4), Kuhn (2), Karl (3), Funder, Weiß (2), K. Propp (4)